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Intuitiv essen – Gespräch mit Ela Giehmann

Der Sommer steht vor der Tür, Bikini, Röcke und Kleider sind bereit, doch nur du bist es nicht. Alle möglichen Zeitschriften und Magazine sind wieder voll mit Super Crashdiäten und Bildern von den Kardashians am Strand. Du fühlst dich einfach nicht wohl in deiner Haut und greifst zur Schokolade.

Kommt dir das bekannt vor?

Ela Giehmann ist lizensierte Ernährungsberaterin und Coach für intuitives Essen. Sie hat mit ihrer Waage Schluss gemacht und stärkt Frauen, ohne Diät zum Wohlfühlkörper zu gelangen. Für unser Online Magazin durften wir ihr einige Fragen stellen.

ELA GIEHMANN

Sara: Du bist lizensierte Ernährungsberaterin und Coach für intuitives Essen.
Wie kam es dazu?

Ela: Ich habe mich schon immer für das Thema Ernährung interessiert, da war der Schritt zur Ernährungsberaterin nur logisch. Während meiner Arbeit merkte ich aber irgendwann, dass das Aufsetzen von Ernährungsplänen zwar kurzfristig zu einer Gewichtsreduktion bei meinen Klienten führte – diese aber nie von langfristigem Erfolg gekrönt war. Das frustrierte mich. Vor einigen Jahren las ich dann etwas über intuitives Essen. Das klang so logisch, dass ich den Selbsttest startete und begeistert war. Ich gewann ein komplett neues und befreites Essverhältnis. Daraufhin absolvierte ich eine Ausbildung zur Beraterin für intuitives Essen, um dieses Gefühl an so viele Frauen wie möglich weiterzugeben.

Sara: Low-Carb, High-Carb, Paleo, Weight Watchers… Es gibt heutzutage die
verschiedensten Diäten. Was hältst du von den ganzen Diäten?

Ela: Um es ganz kurz zu fassen: Gar nichts. Warum das so ist? Sie bringen einfach nichts. Das sage nicht nur ich. Es gibt diverse Studien, die dies belegen. Man kann davon ausgehen, dass über 90% der Diäten langfristig keinen Erfolg haben. Diäten gehen mit Verzicht einher – sei es nun Fett, Kohlenhydrate, Zucker oder etwas anderes. Und wir Menschen sind nun einmal so gestrickt, dass Verzicht Begehrlichkeiten weckt – soll heißen: Wenn wir wissen, dass Pizza, Pasta und Schokolade tabu sind – dann wird der Appetit darauf umso größer. Heißhunger ist die Folge. Spätestens nach Beendigung einer Diät greifen wir dann zu diesen Dingen. Ein weiteres Problem ist der gute alte Jojo Effekt. Während einer Diät fährt unser Stoffwechsel runter. Das bedeutet unser Körper denkt sich: „Ah, da kommt eine Hungerzeit!“ und organisiert sich so, dass er mit einer verminderten Kalorienzufuhr trotzdem seine täglichen Aufgaben bewerkstelligen kann. Wenn wir dann nach der Beendigung der Diät wieder normal essen – oder durch den oben beschriebenen Heißhunger auch oft noch mehr, braucht es noch etwas Zeit bis auch der Körper realisiert, dass die Hungerzeit vorbei ist. Er verbleibt also noch etwas im Hungermodus – bekommt ja jetzt aber wieder viel mehr Kalorien. Dadurch nimmt der fleißigDiäthaltende die verlorenen Kilos schnell wieder zu und wiegt dann meist sogar mehr als vor Beginn der Diät.

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Sara: Was bedeutet intuitives Essen? Isst man dabei nicht auch ganz viel Schokolade, Pizza und Co.?

Ela: Ja, das könnte man in der Tat denken. Denn wann immer man etwas vom intuitiven Essen liest, sind Wörter wie Pizza, Pasta, Pommes und Schokolade nicht weit. Darum geht es beim intuitiven Essen aber nicht. Dahinter steckt vielmehr folgender Ansatz: Durch bewusstes Essen und das aktive Wahrnehmen und Verstehen der eigenen Körpersignale entwickelt sich ein entspanntes Verhältnis zum Essen. So kann das eigene individuelle Wohlfühlgewicht erreicht und vor allem langfristig gehalten werden. Das heißt, man kann alles essen. Einzige Bedingungen: Man ist körperlich hungrig, isst langsam & achtsam und hört bei angenehmer Sättigung auf – auch wenn der Teller noch nicht leer ist. Zur Auswahl der Speisen sei noch gesagt: Man sollte genau das essen, was dich in dem Moment glücklich macht. Und da eben die meisten Menschen Pizza, Pasta und Pommes auf der Verbotsliste haben sind es zu Beginn häufig diese Dinge, auf die wir Hunger haben. Nach einiger Zeit setzt aber der Habituationseffekt ein, das heißt der Körper gewöhnt sich an diese Speisen und verlangt plötzlich nach anderen Dingen, die er braucht. Und das ist dann eben ein Salat oder eine bunte Gemüsepfanne. Über die Zeit – so die Erfahrung – verlangt der Körper tendenziell immer häufiger nach frischen und so genannten gesunden Lebensmitteln und plötzlich ist man mit nur noch einem Stück Schokolade zufrieden und braucht nicht mehr eine ganze Tafel. Natürlich klappt diese Umstellung nicht von heute auf morgen. Es ist ein Weg mit Höhen und Tiefen und man braucht Geduld mit sich. Aber ich verspreche: Es lohnt sich!

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Sara: Wie erkenne ich emotionales Essen und was ist das überhaupt?

Ela: Beim Essen geht es oftmals nicht nur um das Stillen von Hunger. Häufig ist es ganz eng mit unseren Emotionen verknüpft. Das können positive Emotionen sein wie ein warmer Kakao am Kamin, der uns an die Geborgenheit unserer Kindheit erinnert. Oder aber auch eher negative Emotionen, wie Stress oder, wie in der aktuellen Situation häufig Angst und Unsicherheit, die uns zur Schokolade greifen lassen. Um den emotionalen Hunger vom körperlichen zu unterscheiden, müssen wir sehr achtsam sein und auf unsere Körpersignale hören. Emotionaler Hunger kommt meistens sehr plötzlich und ist dann auf ein ganz bestimmtes Nahrungsmittel ausgerichtet. Beispielsweise empfinde ich Stress und muss dann ganz schnell die Schokolade essen. Bei körperlichem Hunger ist das etwas anders. Der entwickelt sich in Stufen. Der wichtigste Unterschied besteht jedoch darin, dass sich der emotionale Essensdrang nicht wirklich durch das Essen befriedigen lässt. Der Auslöser – also die negative Emotion.- bleibt. Wohingegen körperlicher Hunger nach einer Mahlzeit gestillt ist.

Sara: Wie kann man es schaffen Gewohnheiten zu überwinden/ Emotionales Essen zu beenden? Welche Tipps kannst du unseren Leserinnen weitergeben?

Ela: Emotionales Essen zu überwinden ist nicht einfach und erfordert sehr viel Geduld. In meinen Beratungen arbeiten wir zunächst einmal die individuellen Gründe dafür im 1:1 Gespräch heraus, und entwickeln dann gemeinsam Handlungspläne.

Ganz allgemein habe ich folgende Tipps: In einem solchen Moment, sollte man zunächst versuchen, die ‚Pausetaste‘ zu drücken und tief durchzuatmen.

Ela Giehmann für Yasminum

Es hilft dann, sich folgende Fragen zu stellen:

  •  Habe ich wirklich körperlichen Hunger? In den meisten Fällen lautet die Antwort in einer solchen Situation “Nein”.
  • Was fühle ich? Typische Gefühle, die emotionales Essen hervorrufen können, sind Stress, Angst, Überforderung, Druck usw. Es hilft, sich darüber bewusst zu werden, was man gerade fühlt.
  • Was brauche ich wirklich?

Wenn ich z.B. überfordert bin, dann ist es Hilfe in Form von Unterstützung oder mehr Zeit. Es ist oftmals nicht so einfach die Fragen zu beantworten, aber je häufiger man die Situation übt, desto besser kann man den emotionalen Essensdrang überwinden.

Sara: Wie kann sich das Leben durch intuitives Essen verändern? Wie hat sich dein Leben verändert?

Ela: Der größte Gewinn durch das intuitive Essen ist ein befreites Verhältnis zum Essen. Kreisende Gedanken rund um Speisen, das Einteilen von Nahrungsmitteln in gut und böse oder gar das Zählen von Kalorien oder Punkten entfällt. Man fühlt sich wieder wohl in seinem Körper und kann sich annehmen, entwickelt ein höheres Selbstbewusstsein und erreicht sein individuelles, natürliches Idealgewicht. Für mich war es eine der besten Entscheidungen, mich auf den Weg hin zum intuitiven Essen zu machen und ich würde mir für jeden Menschen ein befreites Essverhalten wünschen!

Ihr wollt mehr von Ela?

Instagram: @tellerliebe_intuitiv.essen
Webseite: http://www.tellerliebe.de/

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