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Schützt Deutschland seine Kinder ausreichend?

Kindesmissbrauch- Wir brauchen mehr Prävention & Aufklärung

Claudia, das bin ich, 34 Jahre, Ärztin aus Frankfurt und in der Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin.

Durch die Pressekonferenz des Bundeskriminalamtes und der Deutsche Kinderhilfe bin ich wieder einmal auf das Thema Kindesmissbrauch aufmerksam geworden. Ein Thema, das schwere Kost ist und auch nicht jeder hören und sich damit auseinandersetzen möchte. Dabei sind die Kinder unser Fußabdruck auf der Erde. Durch die Kontakte Beschränkung waren/ sind Kinder und Ihre Familien unterbrochen zusammen. Oftmals auf sehr engem Raum ohne richtige Privatsphäre. Die Kinder wurden nicht mehr gesehen. Denn Schulen, Kindergärten, Nachmittagsbetreuungen, sie alle tragen dazu bei die Kleinen zu schützen.  Sie sehen wie es einem Kind geht und erkennen, wenn Gefahr in Verzug sein könnte.

Im Kinderschutz muss in Deutschland noch sehr viel passieren. Nur wenige wissen, dass ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen Deutschland läuft, weil es seine Kinder nicht genügend vor sexueller Gewalt und Ausbeutung schützt. Die Forderung der Innenminister von Bund und Ländern nach einer Anpassung der Mindest- und Höchst Strafandrohungen bei sexueller Gewalt gegen Kinder werden vom Bundesjustizministerium ignoriert. Prävention und Aufklärung müssen so früh wie möglich beginnen, ein zu frühes Alter gibt es hierfür nicht. Kinder müssen Ihren Körper entdecken, kennenlernen, verstehen und wissen das er IHNEN ALLEINE gehört.

In der Pressekonferenz sprach man sich für deutlich mehr Prävention aus, insbesondere wenn es um Täter im Kindes- und Jugendalter handelt. Denn sexuelle Gewalt wird gehäuft von Kindern und Jugendlichen begangen. (10,2% unter 14 Jahren, mehr als 21,2% unter 18 Jahren.) Man spricht dann von sexueller Übergrifflichkeit.

Weiterhin ist es erschreckend, dass Kinderpornographie und sexuelle Gewalt gegen Kinder auch hier auf Instagram (auch in anderen sozialen Netzwerke) vermehrt zu finden sind. Ich dachte immer, dass solche Bilder/ Videos direkt beim Hochladen geprüft und gelöscht werden. So kennen wir es zumindest bei „Nippel- Bildern“ … Ich wurde aber eines Besseren belehrt…

Denn den Plattformbetreiber drohen keine Konsequenzen… – ja KEINE! 

Laut BKA steigen die Zahlen der Hinweise auf Missbrauch Darstellungen… doch warum? In USA z.B. ist ein Provider dazu verpflichtet, kinderpronographische Inhalte zu melden. Allein 62.000 Hinweise waren in Bezug auf Deutschland, im Jahr 2019, zu setzen… Doch wegen unzureichender Vorratsdatenspeicherung konnten sehr viele Fälle gar nicht erst nachverfolgt werden…  WARUM schläft Deutschland? Warum gibt es hier in Deutschland keine Meldepflicht der Provider? Aktuell werden nur Fälle vom Provider an der BKA weitergeleitet, die extern gemeldet wurden.

Nun stellt sich die berechtigte Frage: Schützt Deutschland seine Kinder ausreichend?

Was mache ich, wenn ich kinderpornografischen Inhalt im Netz bzw. in sozialen Netzwerken angezeigt bekomme?

  1. Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle erstatten.
  2. Die Inhalte bei den Betreibern der sozialen Netzwerke melden. Diese sind verpflichtet, die Inhalte ohne zeitlichen Verzug zu prüfen und zu löschen.
  3. In keinem Fall selbst die Inhalte teilen oder herunterladen!

Erklärung hierfür vom BKA lautet:

„Aufgrund der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland liegt die Polizeihoheit grundsätzlich bei den Bundesländern. Das bedeutet, dass für Straftaten jeder Art grundsätzlich zuerst die örtlichen Polizeidienststellen der erste Ansprechpartner sind. Sollte dann im Laufe der Ermittlungen eine Einbindung des Bundeskriminalamtes (BKA) erforderlich werden, so geschieht dies über polizeiliche oder justizielle Kanäle. Die Zuständigkeiten des BKA auf dem Gebiet der Strafverfolgung/Ermittlung sind eng begrenzt auf die in § 4 BKAG genannten Fälle.“

Bleibt aufmerksam und schaut nicht weg.

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